Schloss Landeck (Tirol)

Auf geschichtsträchtigem Boden

steht das Schloss Landeck in Österreich. Bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. war die Gegend besiedelt. Es wurden Überreste von Opfergaben und Gewandspangen gefunden. Die Flure tragen teilweise Namen, die aus der Römerzeit stammen. In Landeck fand man die älteste Römerstraße Tirols, die weiter nach Augsburg führt. Im Mittelalter besiedelten erst die Franken die Gegend um Landeck, dann die Bajuwaren. Die Besonderheiten des Landes bekamen nun bayrische Namen. Ab dem 10. Jahrhundert teilten sich mehrere Adelsfamilien das Land. So bildete sich letztlich auch nicht eines, sondern vier Höchstgerichte heraus, wovon eines in Landeck war. 1884 wurde die Arlbergbahn eröffnet und der Grundstein für einen florierenden Tourismus gelegt. Davor aber reichte in den Familien das Geld nach keinem Ende hin, und die Männer mussten als Lohnarbeiter auswärts Arbeit suchen. Die Kinder zogen als Schwabenkinder nach Deutschland.

Die Burg Landeck wurde 1296 das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie war Sitz des Gerichts eines Teiles des Tiroler Landes. 1840 allerdings übersiedelte das Gericht. Die Burg wurde umgebaut und als militärische Kaserne verwendet. Nach wechselnden Burgherren erwarb schließlich die Stadt Landeck das Schloss. Es wurde restauriert und dient seit 1973 als Bezirksmuseum.

Heimatmuseum

Im Nachbarort Fließ wurde etwas Besonderes gefunden: die ältesten Spielkarten. Sie zeigen Darstellungen von geschichtlichen Personen. Diese Karten ziehen sich als roter Faden durch das Museum. Die Ausstellungen zeigen deutlich, dass das Leben in Landeck – und im ganzen Land Tirol – in der Geschichte nie leicht war. Die landwirtschaftlich nutzbare, fruchtbare Fläche war gering, und außerdem war Tirol immer wieder Schauplatz verschiedener kriegerischer Auseinandersetzungen. Trotzdem entwickelte sich eine Kultur, die besonders von Religiosität geprägt war – leider auch mit hässlichen Auswüchsen: 22 Hexenverbrennungen sollen hier stattgefunden haben.

Von der Heimat, die die Besucher aus allen Fenstern und von der Aussichtsplattform betrachten und auf sich wirken lassen können, zogen manche Menschen in die Ferne. Auch diesem Thema ist im Museum Raum gewidmet. Die Armut trieb die Menschen hinaus in die Welt, um dort ihr Glück zu versuchen. Manche gingen nur in ein benachbartes (Bundes-) land, manche schafften es bis nach Peru.

Schwabenkinder- Projekt

Ein Projekt ist den Schwabenkindern gewidmet. Gemeinsam mit mehreren Orten beleuchtet auch das Museum in Landeck den Weg dieser Kinder, die jährlich aus dem Tiroler Oberland nach Deutschland wanderten, um dort als Magd oder Hütejunge zu dienen. Nur wenige Kinder hatten das Glück, in den Familien ihrer Dienstgeber trotz der Arbeit noch Kind sein zu dürfen. Die Tatsache, dass die Kinder auf Märkten verkauft wurden, sagt schon das meiste darüber aus, wie es ihnen in weiterer Folge erging.

Barockarchitekt Jakob Prandtauer, berühmter Sohn aus der Nachbarschaft

1660 er blickte er im benachbarten Stanz das Licht der Welt: der Architekt und Baumeister Jakob Prandtauer. Ihm wurde im Heimatmuseum eine Dauerausstellung gewidmet. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Stift Melk. Er baute so ziemlich alles, was ein Barockarchitekt zu bauen hatte: vor allem Klöster, aber auch andere Gebäude, Burgen, Schlösser und Brücken.

Immer wenn es Weihnacht wird

Jährlich findet im Schloss der Oberländer Advent statt. In gemütlicher Atmosphäre genießen die Besucher eine Vorweihnachtszeit, wie sie früher einmal war: abseits von Hektik und Stress, mit traditioneller Handwerkskunst und Musik. Auch altes Brauchtum wird wieder lebendig, es duftet nach Räucherwerk und Weihrauch.

Schatzsuche im Schloss

Für Schulklassen und Kindergruppen gibt es ein besonderes Angebot: Sie dürfen im Museum auf Entdeckungsreise gehen und die Geschichte des Landes erforschen. Die Mühen bei der lehrreichen Spurensuche werden zum Abschluss mit einem kleinen „Schatz“ belohnt, den die Kinder mitnehmen dürfen.

Urlaub in Landeck

Landeck liegt dort, wo Sanna und Inn zusammenkommen. Dort, wo sich Reschenpass und Fernpass schneiden. Hier gibt es für Besucher des Schlosses sowohl freie als auch gebührenpflichtige Parkplätze, je nachdem, ob sie direkt beim Schloss oder bei den darunter liegenden öffentlichen Gebäuden wie Schule oder Altersheim parken. Sowohl Busse als auch PKW finden hier Platz.

Wandern in und um Landeck

Zu Fuß lässt sich die Gegend rund um Landeck gut erwandern. Direkt von Landeck führt ein Rundwanderweg auf den Thialkopf und weiter nach Hochgallming. Die Strecke von über 20km kann man mit etwas Ausdauer und Kondition in /,5 Stunden schaffen und dabei eine wunderbare Aussicht genießen.

Nur knappe zwei Stunden benötigt man für den Weg zur Perfuchser Schihütte. Eine Variante ist der Weg über die Flathalm aufs Zirmegg, die innerhalb eines halben Tages geschafft werden kann. Viele gemütliche und urige Hütten liegen an den idyllischen Wanderwegen, die sich rundum erstrecken. Für jede sportliche Konstitution lässt sich hier die geeignete Route finden.

Andere Outdoor – Aktivitäten

Die wunderschöne Tiroler Landschaft rund um Landeck eignet sich für erlebnisreiche Urlaubstage und – Wochen, denn es gibt immer etwas zu entdecken: Neben den weitläufigen Wanderwegen für geübte und ungeübte Naturliebhaber, gibt es auch die Möglichkeit sich beim Schifahren oder Snowboarden auszutoben. Im Sommer werden die Badeseen in Tirol gerne besucht, allerdings sind diese etwas entfernter von Landeck gelegen. Zum Erforschen lädt beispielsweise die Burgruine Schrofenstein ein. Auch die Finstermünzbrücke an der alten Via Claudia Augusta ist ein Ort mit bewegter und langer Vergangenheit. Mountainbiker genießen hier sowohl die Strecke als auch wunderbare Fotomotive.

Nach nur einer Stunde Autofahrt kann man auch die Kristallwelt in Wattens besuchen, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Auch hier gibt es Aktivitäten für die ganze Familie und inmitten der geschliffenen Kristalle mutet das Kinder-Riesenspiel noch einmal so geheimnisvoll an.